Praktika, Projekte und Kooperation mit dem EU-Ausland

Erasmus +

Die Möglichkeiten für Praktika im Ausland haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt:

Seit 2006

absolvieren Schüler/innen der ESPA innerhalb der Ausbildung anerkannte Praktika im EU Ausland. In den ersten Jahren waren dies Schüler/innen der EA (Erzieher mit Allgemeiner Hochschulreife) und der FS (Fachschule für Sozialpädagogik), die unterstützt durch das Deutsch-Französische Jugendwerk  in einer U3-Einrichtung in Frankreich arbeiteten.

2009 - 2013

Teilnahme am Leonardo-da-Vinci-Programm der EU Studierende der Fachschule für Sozialpädagogik absolvierten Praktika in Finnland, Norwegen, Schweden, Irland, Island, Großbritannien, Polen, Tschechien, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und der Türkei.

Seit 2013

Studierende der FHE (Fachschule für Heilerziehungspflege) absolvieren ebenfalls Auslandspraktika. Kontakte gibt es nach Großbritannien, Irland, Schweden, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Kroatien

Seit 2014

Studierende der FHE und FS und zunehmend auch mehr Lehrende nehmen am Erasmus+-Programm der EU teil. Die Kontakte erweitern sich durch die Eigeninitiative der Studierenden in jedem Jahr. Seit dem Beginn des Erasmus+-Programms sind Kontakte an weiteren Orten in den bereits genannten Ländern hinzugekommen, Aber auch Kooperationspartner auf vom europäischen Kontinent entfernten Inseln sind hinzugekommen: Kanarische Inseln, Zypern, Malta, Sint Maarten (niederländische Antillen)

Seit 2016

Die ESPA wird für die hohe Qualität der bisherigen Leistungen für die Internationalisierung der Berufsbildung und ihre langfristige Planung der weiteren Internationalisierung ausgezeichnet mit der „Mobilitätscharta für die Berufsbildung“

Ab 2017

Eine Schülerin macht einen Probelauf für ein Auslandspraktikum der EA (ErzieherIn + Allgemeine Hochschulreife). Sie wird ein dreiwöchiges Praktikum in Schottland absolvieren. An einer Verankerung dieser Möglichkeit im Curriculum des Bildungsgangs wird gearbeitet.

 

Teilnahme an Erasmus +

Schüler/innen und Studierende der Bildungsgänge Erzieher + Allgemeine Hochschulreife und der Fachschulen für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege können ein drei- bzw. vierwöchiges Praktikum im EU-Ausland  oder in einem EFTA-Staat absolvieren. Entweder, sie bewerben sich erfolgreich bei einer geeigneten Praxisstelle im Pool der kooperierenden Praxisstellen der ESPA, oder sie bewerben sich als Studierende der FS und FHE bei einer für das Berufsziel passenden Praxisstelle, die noch nicht zum Pool der kooperierenden Praxisstellen gehört. Sie weisen dann mit Hilfe von Informationen über die Praxisstelle nach, dass diese Praxisstelle geeignet ist.

Ein solches Praktikum bietet den Studierenden interessante Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten:

  • Sie lernen eine ausgewählte sozialpädagogische bzw. heilpädagogische Einrichtung mit dem dazugehörigen Berufs- und Arbeitsfeld kennen.
  • Sie lernen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, die dort betreut werden und Mitarbeiter/innen kennen.
  • Sie entwickeln Verständnis für die Arbeitsweise und die besonderen Berufsbilder.
  • Sie lernen, sich selbst in diesem fremden System zurecht zu finden.
  • Sie erweitern ihre fremdsprachlichen Kenntnisse. (Die fremdsprachliche Vorbereitung wird durch Online-Kurse bzw. die Finanzierung eines Sprachkurses unterstützt )
  • Sie entwickeln ein besseres Verständnis für Menschen mit Migrationshintergrund, dadurch dass sie selbst in einem fremden Land ist und „am eigenen Leib“ Verständnis- und Verständigungsschwierigkeiten erfährt

Nora - Mein Auslandspraktikum in Paris

Mir hat die Zeit in Paris sehr gut gefallen, auch wenn es eine Zeit gab in der ich mich nicht wohl und fremd gefühlt habe. Nach unserer Ankunft war ich begeistert und voller Tatendrang.

Mir hat das Appartement gut gefallen, auch wenn es klein und spartanisch eingerichtet war. Ich hatte das Gefühl etwas erschlagen zu sein von den hohen Häusern, all den Menschen um mich herum und der Aufgabe, die mir dann bevorstand. Ich habe mich schnell in der Umgebung umgeschaut und konnte mich gut orientieren. Das Viertel, in dem wir gewohnt haben, hat mir echt gut gefallen, obwohl es auch etwas angsteinflößend war, da dort viele Menschen auf der Straße lebten und es ein multikulturelles Viertel war, indem immer etwas los war und viel Polizei herum fuhr. Wir sind jeden Tag denselben Weg zur Arbeit gelaufen, was ich zuhause nicht kann und haben den Weg auch sehr genossen, da er schön am Canal Saint Martin entlang führte. Dort saßen, egal zu welcher Uhrzeit, immer viele Menschen und haben sich unterhalten und dazu etwas gegessen oder getrunken.

Wenn ich während des Einkaufens meinen vorher auf Französisch geübten Text vergessen habe, habe ich es meist auf Englisch versucht und hatte Angst vor einer negativen Reaktion. Umsonst - wie sich herausstelle. Ich versuchte es dann häufiger, in meinem gebrochenen Französisch und hatte meistens viel Spaß dabei, auch wenn ich mir dann fremd und ungeschickt vorkam. Ich hab mich sehr hilflos gefühlt, da ich die Sprache nicht spreche, aber zu einem Arzt wollte und mir ein Medikament verschreiben lassen wollte, da es mir nicht gut ging. Ich hatte Angst mich nicht richtig erklären zu können, ich hatte Felix mit dabei und konnte mich mit seiner Hilfe auch verständlich machen, auch wenn der Arzt uns, glaube ich, nicht ganz verstanden hat, habe ich letztendlich ein Rezept bekommen.

Das habe ich auch direkt eingelöst und schnell bemerkt, dass sich eins der beiden Medikamente nicht mit dem Aufgeschriebenen deckte und falsch war. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hätte erwartet, dass die Apothekerin nachfragt oder sonst den Arzt anruft. Ich habe mich dann nochmal im Internet erkundigt und es dann zur Seite gelegt, da es ein völlig falsches und womöglich gefährliches Medikament war. Ich habe dann das andere Medikament, ein Breitband –Antibiotikum, genommen. Zum Glück ging es mir bald besser, da ich keine Lust hatte lange krank zu sein und in dem Mini- Appartement bleiben zu müssen. Das war „negativ“ aufregend und ich war wirklich froh nicht allein zu sein.

In dieser Zeit habe ich mich unwohl und fremd gefühlt, ich denke, dass es viel mit meinem gesundheitlichen Empfinden zu tun hatte, aber auch damit, dass ich Heimweh hatte, meine Mutter, meine Freunde, meine Wohnung und Münster vermisst habe. Mein gewohntes Umfeld hat mir einfach gefehlt, wie auch einige Lebensmittel, zum Beispiel eine Salamiwurst, die nicht luftgetrocknet wurde. Eigentlich finde ich es immer ganz toll, wenn die Menschen um mich herum eine andere Sprache sprechen, das bedeutet für mich „Urlaub“ aber hier war es etwas anderes, es hat mich aus Alltäglichem ausgeschlossen, wie dem einfachen Zuhören von Metrogesprächen von Fahrgästen, Fragen von Passanten auf der Straße oder das Verstehen des Radios, des Fernsehers, Metroansagen und anderen Informationstafeln, Schildern oder Bannern.

Paris ist eine spannende Stadt, ich habe mich am Ende der vier Wochen nicht mehr fremd gefühlt, sondern habe mich wohl gefühlt und wäre gerne noch länger dort geblieben. Ich glaube, ich hätte noch mehr Fremdheits-erfahrungen gemacht, wäre ich allein gefahren, was ich mich aber nicht getraut hätte. So konnte ich die Erfahrungen und Erlebnisse mit Felix teilen.

Meine Zeit in der AJEFA Kinder Ecole werde ich positiv in Erinnerung behalten, auch wenn mich einige Verhaltensweisen befremdet haben. Ich glaube genaues Hinsehen, geduldig sein und keine vorzeitige Wertung zu haben, hat mir geholfen, mich in der Einrichtung wohl zu fühlen, auch wenn ich mit einigen Arbeits- und Verhaltensweisen nicht übereingestimmt habe. Ich denke, ich habe in der Zeit des Praktikums viel für mich persönlich  gelernt. Ich denke länger über meinen ersten Eindrücke nach, bevor ich urteile oder beurteile Dinge nach längerem Nachdenken oder Gesprächen anders und mache mir dann ein neues Bild. Außerdem traue ich mir zu, nach meinen Vorstellungen zu arbeiten, auch wenn andere anders agieren. Ich denke das Fremdheits-Erfahrungen, ob positiv oder negativ, wichtig sind um an der eigenen Person zu wachsen und die Empathiefähigkeit zu erweitern. Ich glaube, dass es wichtig ist, sich über genau diese Fremdheitserfahrungen auszutauschen, um sie zu verarbeiten und daraus zu lernen.

Ich bin sehr froh an dem Projekt teilgenommen zu haben und möchte meine Erfahrungen in meine zukünftige pädagogische Arbeit mit einfließen lassen!

Ann-Kathrin in Sand in Taufers, Südtirol - Italien

Ich heiße Ann – Kathrin O., bin 23 Jahre alt, wohne in Münster und mache seit August 2012 an der ESPA die Ausbildung zur staatl. anerkannten Erzieherin.

Das Leonardo – Projekt weckte von Beginn an mein Interesse, da ich zum einen erfahren wollte, wie der KiTa / KiGa – Bereich in anderen Ländern Europas organisiert ist und zum anderen meine eigenen Grenzen testen konnte im Hinblick auf Fremdheit, Umgang mit Heimweh und Trennung von der gewohnten Umgebung.

Meine bzw. unsere Wahl fiel auf Sand in Taufers, Südtirol in Italien, da es sich hierbei um eine deutschsprachige Einrichtung handelte, wir zu zweit fahren konnten und uns während und nach der Arbeit mit dem dortigen Dialekt und seiner Vermischung mit dem Hochdeutschen auseinandersetzen konnten.

Der Kindergarten Sand ist eine drei – Gruppen – Einrichtung für insgesamt 75 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. 19 Kinder hatten einen Migrationshintergrund. Der Kindergarten hat von montags bis donnerstags in der Zeit von 07:45 Uhr – 14:45 Uhr und freitags von 07:45 Uhr – 13:45 Uhr geöffnet. Besonders gefallen hat mir die dortige Arbeits – und Umgangsweise mit den Kindern. Sie wurden immer ernst genommen und Interessen und Bedürfnisse wurden in sämtlichen Angeboten berücksichtigt. Ich hatte das Gefühl, dass das Wohl der Kinder grundsätzlich wichtiger war als die Interessen der Eltern. Nachdem es in der zweiten Woche unerwartet Schnee gab – was auch für die Einheimischen sehr früh war -, wurde ich in der dritten Woche krank. In dieser Zeit verspürte ich sehr großes Heimweh und war versucht das Praktikum abzubrechen.

Meiner Ansicht nach haben diese vier Wochen meine Empathiefähigkeit enorm gesteigert, da ich am eigenen Leib Fremdheitserfahrungen gemacht habe. Ich kann nur jedem raten, die Möglichkeit eines Auslandspraktikums wahrzunehmen, da neben dem Erkennen eigener Grenzen auch der Horizont sehr erweitert wird.

  

Maren in Zürich - Schweiz

Hi, ich bin Maren und mache die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Da ich sehr gerne verreise, wollte ich die Chance, ein vierwöchiges Auslandspraktikum zu machen, unbedingt nutzen!

Als Zielort hatte ich mir zuerst Schweden angeschaut, da ich gehört hatte, dass die Pädagogik dort fortgeschritten sein soll. Da ich im Internet bei der Suche auf Deutsch nichts gefunden, und bei dem Versuch, Begriffe zu übersetzen und zu googlen nichts verstanden habe, habe ich mir überlegt, in ein deutschsprachiges Land zu gehen, da ich mich vor Ort dann auch besser verständigen kann. Somit bin ich in Zürich, in der Heilpädagogischen Johannes-Schule gelandet. Genau genommen liegt diese in Küsnacht, einem Nachbarort von Zürich, ist aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen, so dass ich in Zürich wohnen konnte.

Die Johannes-Schule ist eine Tagessonderschule mit anthroposophischen Ansätzen,  bestehend aus acht Klassen, die von insgesamt 50 Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 19 Jahren besucht wird. Die Klassen sind in Kindergarten-, Unter-, Mittel- und Oberstufe unterteilt. Sehr interessant fand ich die verschiedenen Therapien die dort  angeboten werden: Psychomotorik, (Heil-)eurythmie, Logopädie, Sprachtherapie, Physiotherapien/ therapeutisches Reiten und Schwimmen und Gestützte Kommunikation/ Unterstützte Kommunikation. Ich persönlich war in einer der beiden Oberstufenklassen und durfte die Kinder zu Therapien, die mich interessierten, begleiten und zuschauen. Die Klasse habe ich als recht „fitte“ Klasse erlebt, so dass der Hilfebedarf in der Klasse recht gering ist. Somit habe ich die Schüler vor allem bei Einzelaufgaben unterstützt.

Gewohnt habe ich in einer WG mit drei Mitbewohnerinnen, die ursprünglich aus China kommen und in Zürich studieren. Was ich vorher nicht wusste war, dass die drei kaum, bzw. kein Deutsch sprechen! Die drei konnten perfekt Englisch, während ich einige Zeit gar kein Englisch gesprochen hatte, was die Kommunikation teilweise schwierig, aber auch lustig gestaltete. Die drei waren sehr hilfsbereit und haben mich sehr nett in ihre WG aufgenommen! Auch in der Schule wurde ich sehr herzlich aufgenommen! Gleich in der ersten Woche durfte ich eine Klassenfahrt ins Berner Oberland begleiten! Dadurch habe ich viele schöne Ecken der Schweiz kennengelernt. Wir haben in Ferienhäusern mit Blick auf den Brienzersee gewohnt. Da es in der Woche sehr heiß war (immer zwischen 25°C und 32°C), waren wir an verschiedenen Seen und konnten Schwimmen gehen. Außerdem haben wir das Freilichtmuseum Ballenberg besucht, welches ein altes Dorf darstellt und zeigt, wie die Leute früher gelebt haben und die alten Handwerksberufe demonstriert. Desweiteren haben wir uns das Wilhelm Tell Freilichtspiel angeschaut, haben eine Schiffsrundfahrt gemacht und haben die Trümmelbachfälle (die größten unterirdischen Wasserfälle Europas) besucht. Alle waren sehr offen an der Schule und ich wurde eingeladen, mit anderen Praktikanten zum Grillen bzw. „grillieren“ zum Zürichsee zu kommen, durfte mit zum Jahresabschlussessen der Schule gehen und wurde eigentlich überall miteinbezogen!

Auch Zürich selber ist auf jedenfall eine Reise wert! Mein persönliches Highlight dort war das „Zürifäscht“. Das Zürifäscht findet alle drei Jahre statt und  ist eine Mischung aus Volkfest, Partyhighlight! und Jahresmarkt.Besonders toll fand ich das Feuerwerk, welches eine halbe Stunde lang gedauert hat und in Musikbegleitung stattfand.

Ich kann das Auslandspraktikum in Zürich nur empfehlen! Es war eine tolle Zeit und an den Schweizer Akzent gewöhnt man sich auch recht schnell..! ;)

Eine berufliche Bereicherung

Die Erfahrungen unserer Studierenden ermöglichen wertvolle Einblicke in Bildungssysteme und die pädagogische Arbeit in anderen Ländern. Dies bereichert einerseits die Studierenden, die ins Ausland gehen und diejenigen, die den „Besuch“ aus dem Ausland bekommen. Andererseits profitieren auch alle, denen von diesen Erfahrungen berichtet wird sowie im weiteren Verlauf der Ausbildung (und danach) die Praxisstellen, in denen dieser Erfahrungsschatz in die pädagogische Arbeit mit einfließt.

end faq

Variété-Abend

29.11.2017

Bis zum zentralen Kulturereignis in Münster nach den Skulpturprojekten sind es

Noch

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