Heilerziehungspfleger/innen sind sozialpädagogische Fachkräfte für die Begleitung (d.h. auch die Bildung, Betreuung, Pflege und Erziehung) von Menschen, die in ihrer Lebenssituation gefährdet und beeinträchtigt sind und die spezieller Hilfen bedürfen. Es handelt sich dabei vor allem um Personen, die dauerhaft oder vorübergehend infolge einer Schädigung ihrer körperlichen, geistigen, seelischen oder sozialen Möglichkeiten soweit beeinträchtigt sind, dass sie ihr Leben nur unter schweren Bedingungen gestalten können. Heilerziehungspfleger/innen arbeiten selbstständig und in Kooperation mit anderen Berufsgruppen. Dabei sind sie nicht Spezialisten für bestimmte Behinderungsarten, sondern entwickeln grundlegende Kenntnisse und kommunikative Fähigkeiten für den Umgang mit diesen sehr unterschiedlichen Personen. Sie bemühen sich um einen Zugang zu deren Gefühls- und Lebenswelten und reflektieren die Lebensbedingungen, wie sie sich für Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen darstellen.
Heilerziehungspfleger/innen begleiten Menschen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen in vielfältigen Formen des Wohnens wie z.B. in Wohnheimen, Wohngruppen und Einzelwohnungen, in Kliniken, in Tagesstätten, in Berufsbildungswerken und in Werkstätten für Behinderte.

 

 

Praxis in der Ausbildung

a) Wohnformen und Wohnstätten,
b) Bildungs- und Fördereinrichtungen, Arbeit und Freizeit,
c) Ambulante Dienste und offene Hilfen,
d) akute Betreuungs- und Behandlungsformen.

Zugangsvoraussetzung

1. Fachoberschulreife,
2. Erfahrungen in der Behindertenhilfe,
3. eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer. Diese kann ersetzt werden durch die Fachhochschulreife im Sozial- und Gesundheitswesen.
4. Vollendung des 18. Lebensjahres.
5. Für Abiturient/innen gelten Einzelfallregelungen.

Unterrichtsfächer

Struktur der Ausbildung

Im ersten Ausbildungsjahr wird ein 8-9-wöchiges Praktikum im Wohnbereich absolviert; das zweite Ausbildungsjahr beinhaltet ein 8-9-wöchiges Praktikum in tagesstrukturierenden Einrichtungen.
Während der Praktika finden Unterrichtstage in der Schule statt. Im dritten Ausbildungsjahr, dem sog. „Anerkennungsjahr“, arbeiten die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Einrichtungen der Behindertenhilfe oder im Bereich der Psychiatrie (Bezahlung erfolgt i.d.R. nach TV-ÖD). Sie werden sowohl von einer Fachkraft der jeweiligen Praxisstelle als auch von einer Lehrkraft der ESPA angeleitet und im Rahmen eines individuell abgestimmten Ausbildungsplanes begleitet. Zusätzlich zur heilerziehungspflegerischen Arbeit in der Praxis werden 160 Stunden Unterricht erteilt.

Die Inhalte der Unterrichtsfächer werden auf berufliche Lernfelder und geeignete Lernsituationen bezogen.

Fachrichtungsübergreifender Bereich:
– Deutsch/Kommunikation
– Englisch
– Politik/Gesellschaftslehre

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich:
– Didaktik und Praxis der Heilerziehungspflege
– Heilerziehungspflegerische Theorie
– Pflege und Gesundheit

- Psychiatrie

– Organisation/Recht/Verwaltung/EDV
– Projektarbeit
– Praxis in Einrichtungen der Behindertenhilfe
– Heilerziehungspflegerische Methoden


Differenzierungsbereich:
Mathematik

In dem Fach „Heilerziehungspflegerische Methoden“ werden wichtige Fähigkeiten und Fertigkeiten für die spätere Berufspraxis vermittelt, beispielsweise
– Werken/Gestalten
– Musik
– Rhythmik
– Psychomotorik
– Spiel
– Hauswirtschaft
– Übungen zur Kommunikation

Innerhalb der Ausbildung finden regelmäßig Gesprächsgruppen statt, die sich mit den persönlichen Erfahrungen in der schulischen und praktischen Ausbildung auseinandersetzen.

Dauer der Ausbildung

3 Jahre Vollzeit, davon 2 Jahre Schule und 1 Jahr Berufspraktikum (tarifliche Vergütung)

Kosten

– Eigenanteil an Schulbüchern und Kopien max. 224 €;
– Eigenanteil an HEP-Methoden ca. 150 €;
– Unterrichtsfahrten/Klassenfahrten ca. 250 €;
– Förderung nach BAföG richtet sich nach Einkommen der Eltern.

Bezahlung

Die Bezahlung erfolgt i.d.R. nach dem Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TV-ÖD). Heilerziehungspfleger/innen werden beim Berufseinstieg nach Entgeldgruppe 6 TV-ÖD eingruppiert, es bestehen Aufstiegsmöglichkeiten nach EG 7 und 8 TV-ÖD.

Abschluss

Doppelqualifikation
Die Schülerinnen und Schüler können sowohl den Berufsabschluss zur Heilerziehungspflegerin/zum
Heilerziehungspfleger als auch gleichzeitig die Fachhochschulreife erwerben, die bundesweit zum Studium an einer Fachhochschule berechtigt.

Prüfungen
Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird das Fachschulexamen abgelegt. Es werden drei Klausuren geschrieben und ggfs. durch mündliche Prüfungen ergänzt.

Die Fachhochschulreife wird mit einer weiteren Klausur und mit mindestens ausreichenden Leistungen in den Fächern, die für die Fachhochschulreife (FHR) relevant sind, nach drei Jahren erworben.
Das dritte Ausbildungsjahr endet nach 12 Monaten mit einer berufspraktischen Prüfung (Kolloquium). 

Spezialisierung und Weiterbildung

Im Anschluss an die Heilerziehungspflegeausbildung sind folgende Weiterbildungen möglich:
-
Fachschule für Heilpädagogik (wird auch an der ESPA angeboten)
- Seminar für Fachlehrer/innen an Sonderschulen
- Studium an einer Fachhochschule.

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